Automatisierte Reinigung in der Radsatzaufbereitung  

BvL liefert Reinigungskonzept für die Modernisierung eines DB Instandhaltungswerkes

Für die Radsatzaufarbeitung in Werken der DB Fahrzeuginstandhaltung wurden zwei hochmoderne Reinigungsanlagen konzipiert. Zentrale Anforderung an die Reinigung der Zylinderrollenlager und Radsatzlagergehäuse war die hohe Stückzahl, ein möglichst geringer Handlingaufwand und die sehr hohe Reinigungsqualität. Für die Zylinderrollenlager sollte daher eine Durchlaufanlage mit automatisiertem Transport- und Bestückungssystem eingesetzt werden, um eine kurze Taktzeit bei fast mannloser Bearbeitung zu erreichen.

Eine besondere Herausforderung bei der Reinigung der Gehäuse war die RFID-Kennung. Alle Komponenten eines Radsatzes laufen in einem „closed loop“. Nach der Reinigung und Prüfung müssen sie wieder auf demselben Radsatz angebracht werden. Die softwareseitige Einbindung der Kammer-Reinigungsanlage war ebenfalls eine wichtige Anforderung im Projekt: Durch die Automatisierung mussten Schnittstellen zu vor- und nachgelagerten Übergabe-, Bestückungs- und Transportsystemen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Für beide Reinigungsanlagen sollten Meldungen über den Zustand der Reinigungsanlage standortunabhängig abrufbar sein.

Herr Etienne Altmann, Planungsingenieur der DB Systemtechnik GmbH, betreut das Projekt von der Ausschreibung über die technische Prüfung und Vergabe bis hin zur Abnahme, Lieferung und Montage der Reinigungsanlagen vor Ort. „Die Anlagen mussten ausgelegt werden für einen 24-Stunden-Betrieb. Mit einem Durchsatz von mehr als 20 Zylinderrollenlagern pro Stunde für die Durchlaufanlage und etwa 12 Ladungsträgern je Stunde in der Kammeranlage haben wir eine sehr hohe Bearbeitungskapazität“, so Altmann. „Die Komponenten sollten auch an schwer zugänglichen Stellen nach der Wäsche frei von Fett und sonstigen Anhaftungen sein und trocken“, erläutert er die Anforderungen an die Ergebnisse.

Automatisierte Durchlaufanlage „Yukon“ für Zylinderrollenlager

Die BvL Oberflächentechnik setzte für die Reinigung der Zylinderrollenlager die Durchlaufanlage „Yukon“ ein, die hohe Stückzahlen bei geringem Teilehandling ermöglicht. In der ersten Reinigungszone erfolgt das allgemeine Vorwaschen im Durchlaufverfahren mit Linearbewegung und leichtem Drehen der Lager, in der zweiten Zone wird gezielt gereinigt: die Lager werden in Eigenrotation versetzt und mit 20 bar beaufschlagt. Zone 3 sorgt für das Abspülen der Reinigungsmittelrückstände und in Zone 4 erfolgt die intensive Trocknung durch einen 7,5 kW Seitenkanalverdichter.

Die vorhandene Pumpenleistung der Hochdruck-Pumpe wird zur Förderung des Fettaustrages genutzt. Durch eine Oberflächenflutung wird das Fett zur Austragungsstelle gespült.  Das Konzept zur Förderung der Badstandszeit bezieht unter anderem Tankvolumen und Umwälzleistung mit ein. 3.500 l Tankvolumen gewährleisten bei hoher Schmutzaufnahmekapazität die Möglichkeit zur Badberuhigung. Die hohe Umwälzleistung von 850 l/h stellt die Fettabscheidung sicher.

Drehtelleranlage „Ocean“ als Durchlaufanlage im Taktbetrieb für Lagergehäuse
Die Reinigungsanlage „Ocean“ wurde von der BvL Oberflächentechnik als Durchlaufanlage mit einem zusätzlichen Hubtor an der Anlagenrückseite konzipiert. Die Reinigung erfolgt durch ein Spezialdüsensystem bei Rotation der Reinigungsgüter. Um die geforderte Bearbeitungskapazität zu erreichen, kann die Reinigungsanlage mit 2 Ladungsträgern gleichzeitig bestückt werden. Insgesamt werden so 10 Minuten pro Charge aufgewendet.

Besonderheit der Anlage ist die aufwändige Fördertechnik: Es wurde ein flexibler Linearantrieb eingesetzt, der gleichzeitig die Rotationsbewegung während des Waschprozesses ermöglicht. Ein vor- und ein nachgelagerter, hydraulischer Hubtisch sorgt für die Anhebung und Absenkung der Ladungsträger sowie den automatischen Ein- und Ausschub per Kettenantrieb.

Vorteile durch erfahrenen Partner

„Mit der BvL Oberflächentechnik haben wir einen erfahrenen Partner, der sowohl das nötige Fachwissen als auch die technische Kompetenz mitbringt“, erläutert Altmann. „Sehr positiv ist die Referenzanlage in einem französischen Werk angekommen, die sehr lange Badstandszeiten realisiert, was nun auch in den modernisierten Werken der DB anvisiert wird“, so Altmann, „auch die schnelle Produktion der Anlagen hat überzeugt.“ Weiterer Vorteil der BvL Anlagen war die „Libelle“, die den Badzustand der Anlagen jederzeit auswertbar macht. Durch diese Auswerte-Einheit können Badwechsel optimal in den Produktionsablauf mit eingeplant werden. Beide Anlagen werden autark über anlagenseitige Gasbrenner beheizt und müssen nicht an das Wärmenetz des Werkes angekoppelt werden.

Die BvL Oberflächentechnik GmbH ist einer der führenden Anbieter für industrielle Reinigungsanlagen. BvL verfügt über tiefgreifendes Fachwissen im Bereich der Anlagenauslegung für Extremanwendungen. Als Spezialist für Reinigungsverfahren in Schienenverkehrsbetrieben kann BvL aufgrund zahlreicher, auch internationaler Anwendungsfälle aus über zwei Jahrzehnten, auf vielschichtige Projekterfahrungen zurückgreifen. Die Anlagen werden genau auf die Bedürfnisse von Instandhaltern zugeschnitten und sind ein Garant für viele Jahre störungsfreie Reinigungsleistung. Die große Anzahl zufriedener Kunden steht für das Vertrauen, das BvL entgegengebracht wird.

Spezielle Anlagenkonzepte für hohe Effizienz

BvL hat spezielle Anlagenkonzepte für die Reinigung von Drehgestellen, Lagern, Elektromotoren, Radsätzen und weiteren Bahnkomponenten entwickelt. Robuste Edelstahlanlagen reinigen auf wässriger Basis. Bei diesen Lösungen werden unterschiedliche Verfahren und Anlagentechnologien sowie Tankgröße und Badaufbereitung auf die individuellen Anforderungen der Schienenverkehrstechnik angepasst. Das Reinigungsergebnis wird durch hohe Temperaturen, hohen Spritzdruck und hohen Volumenstrom in Verbindung mit optimal zusammengesetzter Reinigungschemie realisiert.

BvL Drehtelleranlage Ocean mit hydraulischem Hubtisch für die Reinigung von Lagergehäusen im Durchlaufverfahren
BvL Durchlaufanlage Yukon zur Lagerreinigung