Großes Interesse an Grundlagen der Bauteilreinigung  

Profis und Neueinsteiger der Reinigungsbranche erleben bei BvL Reinigungswissen in Theorie und Praxis

Unter dem Thema „Zukunftsfähige Bauteilreinigung“ lud das Unternehmen BvL Oberflächentechnik GmbH Mitte Mai zum jährlichen Praxisseminar nach Emsbüren ein. Das Interesse, Reinigungsgrundlagenwissen und die entsprechende Qualitätssicherung der Reinigungsprozesse unmittelbar in der Praxis erleben zu können, war überaus groß. So wurden ca. 40 Teilnehmer aus Unternehmen, die sich mit der industriellen Teilereinigung tagtäglich beschäftigen, zu einer ganztägigen Veranstaltung empfangen. Nach einer Begrüßung durch den geschäftsführenden BvL-Gesellschafter Bernhard Sievering wurde durch wechselnde Referenten ein umfassender Überblick über die Wichtigkeit des Reinigungsprozesses im gesamten Produktionsablauf gegeben.

Grundlagen und Qualitätssicherung - Wie funktioniert Reinigung eigentlich?

Mit weitreichender Fachkompetenz in Reinigungsfragen überzeugte der eingeladene Referent Dipl.-Phys. Frank-Holm Rögner vom Fraunhofer-Institut FEP aus Dresden. Neben der Betrachtung der zu reinigenden Oberfläche muss der Nutzen der jeweiligen Reinigung und mit dem hierfür möglichen Gesamtaufwand abgestimmt werden. In der industriellen Teilereinigung liegt der Nutzen darin, die Bauteile so zu reinigen, dass die beste Voraussetzung für den Nachfolgeprozess geschaffen wird. Aus der hieraus abgeleiteten Sauberkeitsanforderung wird der Aufwand für die Reinigung bestimmt.

Um zu erläutern, wie Reinigung eigentlich funktioniert, ging Frank-Holm Rögner unter anderem auf die wechselseitige Beziehung der Faktoren Chemie, Mechanik, Temperatur und Zeit ein. Anhand dieses sogenannten Sinnerschen Kreises verdeutlichte er die Notwendigkeit der optimalen Einstellung der vier Reinigungsfaktoren.

Ebenso erläuterte er anschaulich, dass im Reinigungsprozess zunächst die Verunreinigung gelöst, dann abtransportiert und entsorgt werden muss, bevor dann auch das Reinigungsmedium entfernt werden kann und die Oberfläche schließlich getrocknet werden muss. Auf diese Weise kann eine zuverlässige Qualität der Reinigung sichergestellt werden.

Individuelle Anlagenkonzipierung und Prozessüberwachung

Michael Borg und Daniel Decker aus dem Hause BvL erläuterten in weiteren Vorträgen die Wichtigkeit, sich auf den jeweiligen Reinigungsbedarf individuell einzustellen. „Die Reinigungsanlagen und Systemkomponenten von BvL ermöglichen unterschiedlichste Reinigungsprozesse. Je nach Bauteil und Anwendungsfall wird eine Anlage mit Spritz-, Flut-, Ultraschall- oder Hochdruckverfahren konzipiert“, so erläuterte Michael Borg. Je nach Bedarf wird aus den verschiedenen BvL-Anlagentypen Ocean (Drehtelleranlagen), Niagara (Korbwaschanlagen), Pacific (Großteileanlagen), Yukon (Durchlaufanlagen) und Geyser (Hochdruckanlagen) das jeweils passende Modell kundenspezifisch gefertigt. Auch eine konsequente Badüberwachung spielt für den Reinigungserfolg eine entscheidende Rolle.

Mit der Systemkomponente Libelle von BvL ist eine einfache und schnelle Prozessüberwachung und -kontrolle möglich. Zum Beispiel wird mit der Libelle Oil Control die Ölkonzentration im Reinigungsmedium wartungsarm und temperaturunabhängig gemessen. Für die Messung der Partikel steht die Libelle Fluid Control zur Verfügung, während mit der Libelle Cleaner Control die Reinigerkonzentration überwacht wird. Insgesamt wird auf diesem Weg der Badüberwachung der Reinigungsprozess stark verbessert und abgesichert.

Anlagentechnik live erleben

Nach einem umfassenden Betriebsrundgang konnten die Besucher im weiteren Verlauf der Veranstaltung verschiedene Anlagen in der Vorführung erleben. Auch Probewaschungen von Bauteilen einiger Seminarteilnehmer wurden unmittelbar durchgeführt.  Als kooperierende Lieferanten von BvL rundeten die Unternehmen Eaton und Kluthe mit der Vorstellung ihrer Filter- und Reinigungschemie-Lösungen das Programm ab.

Die Teilnehmer nutzten in diesem Praxisteil zudem intensiv die Möglichkeit zum regen Erfahrungsaustausch. Hierbei wurde besonders deutlich, dass die Fragen zur industriellen Teilereinigung branchenübergreifende Relevanz haben und ein entsprechender Wissenstransfer für jegliche Anwendung hilfreich für das eigene Tagesgeschäft ist.
Die Anlagenvorführungen im Technikum der BvL Oberflächentechnik GmbH fanden reges Interesse.
Während des Betriebsrundganges konnten sich die Seminarteilnehmer gezielt an mobilen Messeständen informieren, so zum Beispiel auch bezüglich der BvL-Badüberwachung Libelle.